Wie feiert man in anderen Ländern Weihnachten und was für Geschichten werden dort erzählt?

Also in Dänemark wird am 23.12. das  Lillejulaften,  der "kleine Weihnachtsabend", mit Tee und Apfelküchlein begangen.

In skandinavischen Ländern gibt es zum Nachtisch  traditionell einen Reisbrei, in dem eine ganze Mandel versteckt ist. Auch stellt man für die Wichtel genannt Tomte eine Schüssel mit Reisbrei vor die Tür oder aufs Fensterbrett

Wer die Mandel findet, soll im nächsten Jahr Glück haben. Am 25. und 26. Dezember trifft sich die große Familie.

Der Weihnachtsmann, Julemand, bringt die Geschenke, wobei ihm die Julnisser, kleine Zwerge in roten Röcken, helfen.

Und Geschichten gibt es viele. Kleiner Auszug aus dem Buch "Weihnachten bei den Elchen" - Die schönsten Wintergeschichten aus Skandinavien

Ein seltsamer Heilgabend

"Die Wollwichtel warfen sich alle zusammen auf den Weihnachtsvogel, wobei der Zweig so heftig ins Schwanken geriet, dass der kleine Engel den Halt verlor und abstürtzte. Es ging so schnell, dass er die Flügel erst ausbreiten konnte, als er schon mitten im Fall war, doch es war zu spät. Mit einem Plumps schlug er auf dem Fußboden auf und zerbrach in tausend Stücke....

"Vielleicht kann der Hasugeist ihn reparieren?", schlug der Strohbock vorsichtig vor.

... Überall lag tiefer Schnee. Auf dem Hof, auf dem Stalldach und auf dem Dach von Papas Werkstatt. Er funkelte im Mondschein. Auf der Treppe saß ein kleines graues Wichtelmännchen und löffelte den Milchreis in sich hinein, den Mama vor die Tür gestellt hatte.

"Ich habe immer geglaubt, Mieze würde den Milchreis aufessen", sagte Malin erstaunt.

"Das soll die sich mal trauen !" meinte der Wichtel und schmatzte.

Malin erzählte ihm, was mit dem Engel auf dem Weihnachtsbaum geschehen war. Aber der Wichtel schüttelte den Kopf.

"Sachen wiederfinden, das kann ich gut. Wie dieser Bleistiftanspitzer, der so lange weg war. ... Und tüchtig arbeiten, dass kann ich auch. Gerstern Nacht habe ich die Bleche abgespült, nachdem deine Mutter Pfefferkuchen gebacken hatte. Aber ich kann nichts reparieren, was in tausend Stücke zerbrochen ist. Ich bin ein Hausgeist. Kein Zauberer", sagte der Wichtel und leckte die Schüssel aus.

"Tja, dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als die Scherben zusammenzukehren", sagte Malin traurig. "Danke übrigens, dass du den Bleistiftanspitzer gefunden hast." Sie wollte gerade die Tür schliießen, als der Wichtel rief: "Warte einen Augenblick! Es ist doch Heilige Nacht. Da kannst du Sternenstaub verwenden."

"Sternenstaub? Wie bekommt man den denn?", fragte Malin verwundert und sah in den blauschwarzen Nachthimmel, wo Tausende von Sternen blitzten.

"Schau nicht nach oben, schau nach unten" sagte der Wichtel und deutete in den Schnee. "Siehst du denn nicht? Überall Sternenstaub. Der ganze Hof ist voll davon. Nimm nur!"

Er deutete auf das Glitzern im Schnee. Überall glänzte und funkelte es wie von winzigen Diamanten....

Er hüpfte und tanzte im Schnee umher, dass ihm der Sternenstaub um die Beine stob. Malin eilte in ihr Zimmer und zog sich an. Dann rannte sie auf den Hof hinaus, bückte sich und füllte die Hände mit Geglitzer. Es prickelte angenehm. Ungefähr wie Limonade....."

Und wie die Geschichte ausgeht, könnt ihr nun einem gemütlichen Abend weiter lesen. Es warten auch weitere schöne Geschichten in dem Buch.